Sekundarstufe

Die Kinder und Jugendlichen der Sekundarstufe stehen vor oder schon mitten in einem wichtigem Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Die körperlichen Veränderungen erlebt der Jugendliche als einen radikalen Einschnitt seiner bisherigen Existenz. Einher gehen damit starke psychische Schwankungen. In der Ausprägung der Pubertät wiederum sind alle Kinder unterschiedlich. Ebenso besteht ein Unterschied bei der Entwicklungsgeschwindigkeit von Jungen und Mädchen in dieser Zeit.

Unser Grundgedanke

Eine Montessori-Schule denkt vom Grundsatz her nicht im dreigliedrigen Schulsystem. Die Sekundarstufe ist die logische Fortführung der Grundstufe. Auch hier werden alle Kinder und Jugendlichen innerhalb ihrer jeweiligen Möglichkeiten individuell auf ihrem Lernweg begleitet; ganz im Sinne von Maria Montessoris Worten "Der Weg, auf dem die Schwachen sich stärken, ist der gleiche wie der, auf dem die Starken sich vervollkommnen".

Pädagogik

Montessori beschreitet auch und gerade im Jugendalter bewusst andere Lernwege, die Ihr Kind zum persönlichen Erfolg führen werden. Dies umfasst z.B.

  • Eigenanalyse des Lernstandes gemeinsam mit dem Pädagogen
  • Stärkung der eigenen Lernmotivation
  • Vermittlung von Erfolgserlebnissen
  • Projektarbeit, Berufsorientierung
  • Stärkung des Selbstbewusstseins, der eigenen Persönlichkeit durch Musik-Ästhetik-Bewegung
  • Lehrer-Elterngespräche mehrmals im Jahr
  • Lehrer-Schülergespräche
  • enge Zusammenarbeit im Lehrerteam

Methodik

  • ganzheitliches, vernetztes Lernen
  • selbstorganisiertes Lernen
  • wenig Frontalunterricht
  • Aufheben des althergebrachten 45 Minuten Taktes
  • dadurch wird vertieftes Lernen erst möglich
  • individuelles Lerntempo und individuelle Lernbegleitung
  • exemplarisches Lernen an eigenen Themen, auch über den eigentlichen Lehrplan hinausgehend
  • Förderung der intrinsischen (inneren) Motivation
  • Schüler werden in ihrer Gesamtheit wahrgenommen
  • Vermittlung von Schlüsselqualifikationen
  • überfachliche Qualifikationen die zum aktiven und selbstständigen Handeln befähigen
  • interessengeleitetes und somit vertiefendes Lernen
  • respektvolles Miteinander

Rahmenbedingungen

  • Material (veranschaulichtes Lernen – vom Greifen zum Begreifen)
  • höherer Personalschlüssel (zwei Pädagogen pro Klasse)
  • vorbereitete, anregende Lernumgebung
  • Möglichkeiten der Kombination von Lernen und Bewegung
  • Betriebspraktika ab der 6. Klasse

Hausaufgaben

Aus der Arbeit der Schülerinnen und Schüler während der Schulzeit ergeben sich individuelle Aufgaben, wie z.B. die Weiterführung angefangener Arbeiten, Übungen zur Vertiefung, Referate und eigene Projekte, die zu Hause erledigt werden können. Selbstständigkeit und Selbstverantwortlichkeit für das eigene Lernen werden beim Wiederholen, Üben, Vertiefen, Festigen von Arbeitstechniken, Planen und Recherchieren gefördert. Der zeitliche Rahmen für die Erledigung der Aufgaben wird von Kind und Lehrkraft besprochen. Die Kinder lernen, sich ihre Zeit selbstständig einzuteilen und Verantwortung für den eigenen Zeitplan zu übernehmen.

IzEL statt Noten

Auf eine Leistungsbewertung in Form von Ziffernnoten wird verzichtet. Die Lehrkraft hält ihre Beobachtungsergebnisse in einem Beobachtungsbogen fest. Dieser stellt die Grundlage für das persönliche Halbjahresgespräch mit dem Kind und die ausführlichen „Informationen zum Entwicklungs- und Leistungsprozess“ (IzEL) am Schuljahresende dar.

Schöpfung des sozialen Menschen

Jeder Jugendliche sucht sich und seinen Platz in der Gesellschaft. Wer bin ich? Was kann ich? Wo werde ich gebraucht, gesehen und wo bin ich nützlich? Auf diese Fragen sucht er eine Antwort. Er findet sie nur in aktiver Auseinandersetzung mit seiner Umwelt, im Austausch mit anderen Menschen. Zu keiner anderen Zeit seines Lebens ist der Mensch mit moralischen Werten und sozialen Fragen mehr beschäftigt. Maria Montessori nennt diese Entwicklungsphase die Zeit der „Schöpfung des sozialen Menschen“. Gerade in diese Zeit fällt der oft umfangreichste Teil der Schulbildung. Ziel der Montessori-Pädagogik einer Sekundarstufe und später der Oberstufe ist es, diesen Teil der Entwicklung und der schulischen Bildung in Einklang zu bringen. Dabei gilt, wie auch in der Montessori-Grundstufe Bamberg, das Leitmotiv „Hilf mir, es selbst zu tun."

Freiarbeit

Die übliche Form der Freiarbeit mit einem entsprechenden Materialangebot in einer vorbereiteten Umgebung wird mit zunehmender Komplexität des Unterrichtsstoffes immer schwieriger. Nicht alles lässt sich materialisieren. Das konkrete Material spielt zwar noch eine wichtige, aber mit steigendem Alter nicht mehr die zentrale Rolle. Im Übergang von der Kindheit zur Jugend ändert sich das konkrete Denken der Schüler zum formal-abstrakten. Die Entwicklung vollzieht sich vom ich-bezogenen zum sozialen Wesen. Die vorbereitete Umgebung muss sich zunehmend nach außen öffnen. Das Gesicht der Freiarbeit ändert sich.

Projektarbeit

Die Gemeinschaft, der Austausch durch Diskussion, der Wunsch, zusammen mit der Peergroup in Eigeninitiative zu arbeiten, spielen eine zunehmend wichtige Rolle. So wird projektorientiertes, freies Arbeiten zur Methode der ersten Wahl. Es liegt auf der Hand, dass gerade die Projektarbeit viele Parallelen zu den von Montessori für den Jugendlichen geforderten Arbeitsweisen hat. Daneben gibt es inhaltliche Übereinstimmungen mit allgemeinen Grundlagen der Montessori-Pädagogik, vor allem ihrem anthropologischen Ansatz, beispielsweise der fächerübergreifende Aspekt der Projektarbeit, das damit verbundene soziale Lernen, ganz deutlich die Forderung nach Einbeziehung vieler Sinne, die selbstbestimmte Tätigkeit in Selbstorganisation und Selbstverantwortung, die Stärkung gesellschaftlichen Bezugs schulischen Lernens, u.a. durch die Berücksichtigung subjektiver Schülerinteressen.

Berufspraktika

Berufspraktika sind bereits ab der 6. Klasse vorgesehen. Alle Schüler sollen Praktika in den drei berufsbildenden Zweigen Technik, Wirtschaft und Soziales ableisten. Bereits frühzeitig wird Kontakt zu möglichen Praktikumsstellen aufgenommen. Jedes Kind soll in jeden Zweig hineinschnuppern und sich dann zunehmend festlegen.

Schulabschlüsse

Die Montessori-Schule Bamberg bietet eine vielseitig vorbereitete Umgebung für die Entwicklung und das Lernen der Kinder und Jugendlichen aller Begabungen. Unsere Pädagogen begleiten das Kind entsprechend seinen Fähigkeiten auf dem Montessori-Weg zum jeweils bestmöglichen Schulabschluss – in Zukunft vielleicht sogar zum Fachabitur oder zur allgemeinen Hochschulreife.

Montessori-Hauptschulabschluss

Montessori-Schulen geben ihren Schülern mit Beendigung der 9. Volksschulklasse die Informationen zum Entwicklungs- und Lernprozess (IzEL) aus, die nach den pädagogischen Grundprinzipien der Montessori-Schulen gestaltet wurden. Für den „Erfolgreichen Hauptschulabschluss“ werden alle Fächer auf einer Seite zusammengefasst und bei Vorlage vom staatlichen Schulamt bestätigt.

Qualifizierender Hauptschulabschluss

Schüler, die den qualifizierenden Hauptschulabschluss erwerben wollen, nehmen mit Beendigung der 9. Jahrgangsstufe an der dafür notwendigen staatlichen Leistungsfeststellung teil. Die Montessori-Schulen in Bayern nehmen diese Prüfung in Kooperation mit den entsprechenden Regelhauptschulen ab.

Mittlerer Bildungsabschluss

Schüler, die laut Beschluss der Lehrer-Konferenz als Realschüler eingestuft werden, werden an der Montessori-Schule auf die Prüfung für den Mittleren Bildungsabschluss vorbereitet. Nach der 10. Jahrgangstufe legen sie die staatliche Prüfung in Kooperation mit den staatlichen Mittelschulen vor Ort ab.

Fortsetzung der Schullaufbahn an Fachoberschulen

Fachoberschulen (FOS) bauen auf einem mittleren Schulabschluss auf, vermitteln eine allgemeine, fachtheoretische und fachpraktische Bildung und umfassen die Jahrgangsstufen 11 und 12. In der Jahrgangsstufe 11 gehört zum Unterricht auch eine fachpraktische Ausbildung. Absolventen erhalten nach bestandener Fachabiturprüfung die Fachhochschulreife. Absolventen der Fachabiturprüfung wiederum können die Jahrgangsstufe 13 an der FOS besuchen und dort nach bestandener Abiturprüfung die fachgebundene Hochschulreife erhalten. Bei Nachweis der notwendigen Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache erhalten sie die allgemeine Hochschulreife. An der Montessori-Oberschule in Nürnberg (MOS-Franken), einer staatlich anerkannten Fachoberschule, ist der Montessori-Bamberg e.V. gesellschaftsrechtlich beteiligt. Der Aufbau einer eigenen Montessori-Oberschule wird angestrebt. An der MOS-Franken kann nach der 12. Jahrgangsstufe die Prüfung zur Fachhochschulreife abgelegt werden. Auf der geplanten 13. Jahrgangsstufe wird es zukünftig möglich sein, den Montessori-Weg bis zur fachgebunden bzw. allgemeinen Hochschulreife zu gehen.

Fortsetzung der Schullaufbahn an Gymnasien

Absolventen mit Realschul- oder mittlerem Bildungsabschluss können ihre Schullaufbahn mit den sogenannten Einführungsklassen auch an Gymnasien fortsetzen. Hier finden Sie mehr Informationen zu diesen Einführungsklassen.

Informationen des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus

Auf den Seiten des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus findet sich eine Zusammenstellung aller Regelungen zu Übertritten an andere Schulen (für die Übertrittsvoraussetzungen ganz nach unten scrollen!). Aus der Pressemitteilung des StMKU (Nr. 045 vom 25.02.2013): „Mittlerweile werden mehr als 42 Prozent aller Hochschulzugangsberechtigungen in Bayern nicht über das Gymnasium, sondern über die berufliche Bildung erworben, vor allem über die Fach- und Berufsoberschule.“

Anmeldung und Kosten

Anmeldung
Für Schüler der Grundstufe läuft es ohne weitere Schritte weiter. Für alle von außen kommenden Schüler (Quereinsteiger) ist eine Voranmeldung mit dem Voranmeldeformular (Link!) aus dem Downloadbereich notwendig. Die konkrete Frist, bis zu der das Voranmeldeformular eingegangen sein muss, ist auf dem Formular genannt. Sie endet üblicherweise kurze Zeit nach dem Tag der offenen Tür. Daran schließt sich ein eintägiges Elternseminar an, bei dem die Eltern über die Inhalte und Formen der Montessori-Pädagogik an unserer Schule informiert werden. Nach Schnupperunterricht und Elterngespräch erfolgt die Schülerauswahl.

Aufnahme, Warteliste, Schulwechsel
DIe Ausführungen der Grundstufe gelten entsprechend auch für die Sekundarstufe. Mehr Informationen darüber finden Sie in dem Bereich Anmeldung und Kosten der Grundstufe

Schulgeld
Als Schule in privater Trägerschaft wird nur einen Teil der anfallenden Kosten von der Regierung übernommen.
Aktuell beträgt das monatliche Schulgeld für Schüler der Sekundarstufe 208,- EUR je Kind. Darin sind bereits ein Großteil der Material- und Projektkosten enthalten. Anträge auf Nachlass / Stundung / Geschwisterermäßigung richten Sie bitte direkt an die Geschäftsstelle des Montessori Bamberg e.V. zu richten. Herr Hurler, der Geschäftsleiter des Trägervereins, ist gerne für Sie da.Nach § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG sind 30 Prozent des Schulgeldes an einer staatlich anerkannten inländischen Ersatzschule bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 5.000,- EUR als Sonderausgabe steuerlich abzugsfähig. Auf Wunsch/Anfrage erhalten Sie für das abgelaufene Kalenderjahr eine Bescheinigung über die geleisteten Zahlungen.

Elternarbeitsstunden
Die Elternstunden betragen 44 Stunden / Jahr / Familie bzw. 22 Stunden / Jahr / Alleinsorgeberechtigte. Sinn der Elternstunden ist vornehmlich die Beteiligung der Eltern am Schulkonzept. Sie fördern das Verständnis für die Pädagogik und aller Beteiligten untereinander. Die Kinder sehen und erleben, dass die Eltern teilhaben an „ihrer“ Schule und mit Freude dabei sind. Erfahrungsgemäß finden alle Eltern einen Bereich, in dem sie sich mit ihren Fähigkeiten und Neigungen gut und sinnvoll in die Schulorganisation einbringen können.

Lage & Anfahrt

Was sind die nächsten Schritte?

Noch Fragen?

Die passende Schule für das eigene Kind zu finden, ist keine leichte Sache. Es erfordert viele Informationen und Gedankengänge. Das Kind sollte hierbei immer im Mittelpunkt stehen. Unsere Webseite soll Ihnen einen Überblick über unsere Werte und Leitlinien vermitteln. Wir verstehen aber, dass dieses Thema sehr umfangreich ist. Wir stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung; kontaktieren Sie uns einfach.

Kontakt

Private Montessori-Schule Bamberg
Jakobsplatz 9
96049 Bamberg

Tel: 0951 2971427
Fax: 0951 2975279
[email protected]

Einblicke?

Alle Informationstexte und Veranschaulichungen sind nur Theorie und helfen nicht immer, das Konzept vollumfänglich zu verstehen. Daher gibt es für Interessierte die Möglichkeit an unserer Schule zu hospitieren. Lernen Sie den Ansatz "Hilf mir, es selbst zu tun." aus nächster Nähe in der Praxis kennen und überzeugen Sie sich selbst. So können Sie einschätzen, ob das Montessori-Konzept auch für Ihr Kind das Richtige ist. Hier finden Sie das Hospitationsformular.