Pädagogik

Montessori sieht jedes Kind als eine Einheit von Körper, Seele und Geist. Dabei ist es nicht der Erzieher, der die Entwicklung und Reifung zum Erwachsenen vollbringt, sondern es ist das Kind selbst. Es ist der „Bildner seiner Persönlichkeit“. Dieser Gedanke stellt das Leitmotiv für die Montessori-Schule Bamberg dar.

Unsere Grundgedanken

Maria Montessoris Menschenbild ist geprägt durch die Reformpädagogik zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ihren pädagogischen Theorien liegt jahrelange Beobachtung kindlichen Verhaltens zugrunde. In mehr als fünfzig Jahren beobachtete sie Kinder, interpretierte ihr Verhalten und zog daraus ihre pädagogischen Schlüsse, die auch heute von großer Aktualität sind. Ihre Pädagogik orientiert sich unmittelbar am Kind mit seinen Bedürfnissen nach spontaner Aktivität, Selbstbestimmung und dem Streben nach Unabhängigkeit. Das Kind ist für Maria Montessori kein passives und rezeptives Wesen, sondern eine Persönlichkeit mit großer Eigenaktivität und Konzentrationsfähigkeit. Diese Grundannahmen ihrer Pädagogik werden an der Montessori-Schule Bamberg umgesetzt.

Sensible Phasen

Maria Montessori spricht von einem Bauplan der Entwicklung, d. h. die menschliche Entwicklung vollzieht sich gesetzmäßig und regelhaft. Maria Montessori unterscheidet drei große Entwicklungsstufen. In jeder dieser Stufen gibt es eine sensible Phase, in denen das Kind bestimmte Fähigkeiten (z. B. Laufen, Lesen, Sprechen) besonders gut erlernen kann. Hat das Kind in dieser Phase Erwachsene um sich, die es bestärken, aber weder bedrängen noch behindern, und eine vorbereitete Umgebung, so wird es die entsprechende Fähigkeit freudig und aus eigenem Antrieb lernen. Fähigkeiten und Fertigkeiten, die außerhalb der entsprechenden sensiblen Phase gelernt werden sollen, können nicht mit der gleichen Leichtigkeit gemeistert werden, und das Lernen geschieht nicht so selbstverständlich.

Polarisation der Aufmerksamkeit

Maria Montessori entdeckte, dass es Kindern gelingen kann, sich total zu konzentrieren, während sie sich mit einem selbstgewählten Gegenstand beschäftigen. Die Konzentration lässt erst dann nach, wenn die selbstgewählte Aufgabe gelöst wurde. Maria Montessori schrieb:


"Ich beobachtete … ein etwa dreijähriges Mädchen, das tief versunken war in eine Übung mit den kleinen Holzzylindern, die es aus den Vertiefungen des Holzblockes herausnahm und dann wieder an ihren richtigen Platz brachte. Der Ausdruck des Kindes zeugte von einer so tiefen Aufmerksamkeit, dass es für mich eine Offenbarung war: … Ich beobachtete die Kleine mit Spannung, ohne sie zu stören. Ich zählte 44 Wiederholungen, und als sie endlich aufhörte, tat sie das ganz unabhängig von den Ablenkungen um sie her, die sie hätten stören können, und blickte glücklich umher, als ob sie von einem erquickendem Schlaf erwacht wäre."


Für Maria Montessori tritt diese Konzentration immer dann auf, wenn ein Mensch sich aus innerstem Interesse einer Sache hingibt: Das Kind und die Sache werden eins. Das so in seine Beschäftigung vertiefte Kind lässt sich durch nichts mehr ablenken, weder Unruhe noch Aktivitäten seine Mitschüler können es stören. Ist die selbstgewählte Aufgabe gelöst, wirkt das Kind ausgeglichen und zufrieden.

Vorbereitete Umgebung

Eine der Hauptaufgaben des Lehrers besteht bei Maria Montessori in der Gestaltung der vorbereiteten Umgebung. Anhand der speziellen Montessori-Materialien soll das Kind seine Fähigkeiten entwickeln.

Alle Materialien sollen
– entwicklungsgemäß sein
– aufeinander aufbauen
– Sinne und Bewegung einbeziehen
– Wiederholungen und variantenreiche Anwendung ermöglichen.

Abstrakte Lerninhalte werden versinnbildlicht und dem Kind über konkretes Handeln zugänglich gemacht. Jedes Material beinhaltet Selbstkontrolle. Durch seine ästhetische Gestaltung besitzt es einen hohen Aufforderungscharakter. Alle Materialien sind in offenen Regalen untergebracht, frei zugänglich und nach Lernbereichen übersichtlich eingeordnet. Das Kind kann sich allein im Raum zurechtfinden und selbstständig arbeiten.

Freie Wahl

Der Kern der Montessori-Pädagogik ist die freie Wahl: Ein frei handelndes Kind tut etwas von sich aus, freiwillig, spontan und angstfrei. Dem Lehrer ermöglicht die freie Wahl die Beobachtung individueller Lernvoraussetzungen und Lernfortschritte. Daran richtet er das Angebot des Materials und die Art der individuellen Unterstützung des Kindes aus. Freie Wahl ist nicht zu verwechseln mit einem Laissez-faire-Stil. Sie bedeutet nicht „Freiheit wovon“, sondern „Freiheit wozu“: Das Kind entscheidet sich für den Zeitpunkt einer Arbeit, für deren Dauer, es bestimmt die Anzahl der Wiederholungen, wählt seinen Arbeitsplatz und eventuelle Partner selber aus. Die vorbereitete Umgebung schränkt jedoch die Wahlfreiheit des Kindes ein: Jedes Arbeitsmittel ist nur einmal vorhanden, denn Überfülle überfordert. Die Einmaligkeit hebt den Wert des Materials und fördert soziale Prozesse. Absprachen mit Klassenkameraden müssen getroffen, Vereinbarungen eingehalten werden.

Montessori-Material

Das von Maria Montessori entwickelte Material schafft es in einmaliger Weise, Lerninhalte und innere Strukturen von Lernprozessen darzustellen und baut dabei systematisch aufeinander auf. Der Reiz des Materials liegt nicht in einer sachfremden, kindertümelnden Motivation, sondern in seiner klaren, sachlichen Veranschaulichung der zu meisternden Schwierigkeit. Ohne dieses spezielle Montessori-Material ist eine Montessori-Einrichtung nicht denkbar. Es versetzt das Kind erst in die Lage, seinem individuellen Entwicklungsstand entsprechend selbstständig und weitestgehend ohne Hilfe Erwachsener zu lernen und zu üben.
Um als Montessori-Material zu gelten, muss ein Lernmaterial verschiedene Kriterien erfüllen: Es soll

– durch seine Ästhetik (angenehme Materialien, harmonische Farbgebung, Haltbarkeit….) das Kind unmittelbar ansprechen und dadurch zum Handeln und Erkunden auffordern;
– Aktivität ermöglichen und fördern, da das handelnde Lernen die dem Kind angemessenste Lernform ist und dadurch dem kindlichen Bewegungsbedürfnis entsprochen werden kann;
– möglichst viele Sinne ansprechen, um ein ganzheitliches (und dadurch kindgemäßes) Lernerlebnis zu ermöglichen und die Sinne zu schulen;
– eine Selbstkontrolle ermöglichen, wodurch das Kind unabhängiger von der ständigen Kontrolle der Lehrkraft wird. Die Selbstkontrolle erlaubt eine unmittelbare Verbesserung des Fehlers und dadurch einen besseren Lernerfolg als bei einer zeitlich verzögerten Kontrolle. Außerdem leistet die Selbstkontrolle einen wesentlichen Beitrag bei der Erziehung zu Selbstständigkeit, Eigenverantwortlichkeit und Genauigkeit;
– aus der Komplexität der Welt eine Schwierigkeit isolieren und sinnlich erfahrbar machen (z. B. das Dezimalsystem, das Zergliedern von Sätzen in Satzglieder, den Aufbau des Jahres…), damit diese dann gezielt geübt werden können.

Das Material ermöglicht den idealtypischen, dreistufigen Lernprozess nach Bruner (intermodaler Transfer). Er führt vom handelnden Umgang mit dem Lerninhalt (enaktive Stufe: z.B. Goldenes Perlenmaterial) über eine bildliche Darstellung (ikonische Stufe: z.B. Markenspiel) zur Abstraktion (symbolische Stufe: z.B. schriftliche Addition) (vgl. Bruner, Jerome S./Olver, Rose R./Greenfield, Patricia M.: Studien zur kognitiven Entwicklung. Stuttgart 1988). Die Stufe des Handelns nimmt während der Grundschulzeit einen sehr großen Raum ein, da sich das Kind nach Piaget von 7-11 Jahren in der konkret operationalen Phase befindet. Das heißt, es braucht für seinen Denkprozess konkrete Handlungen. Sie ermöglichen dem Kind ein inneres Bild der jeweiligen Operation aufzubauen. Ist dies ausreichend geschehen, löst das Kind sich immer mehr vom Material und beginnt Aufgaben zunehmend auf abstrakterem Niveau zu bearbeiten. Jedes Material ist in jeder Klasse nur einmal vorhanden. Die Absprachen zwischen den Schülern, die dadurch erforderlich werden, stellen einen Beitrag zur Sozialerziehung dar. Außerdem erhöht diese mengenmäßige Begrenzung die Wertschätzung des einzelnen Materials und setzt einen Kontrapunkt zur heutigen Überflussgesellschaft.

Inklusion

Zu Beginn ihres pädagogischen Wirkens arbeitete Maria Montessori mit sozial deprivierten und geistig behinderten Kindern. Sie erkannte die Bildsamkeit dieser Kinder und eröffnete ihnen mit den von ihr entwickelten Materialien für die damalige Zeit ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten. Zugleich kämpfte sie gegen die Gettoisierung, Ausgrenzung und Stigmatisierung dieser Kinder. Die Montessori-Schule Bamberg hat ein eigenes Inklusionskonzept (früher Integration) erstellt, das wir interessierten Eltern gerne zur Verfügung stellen.

Die Rolle der Lehrkraft

Die Lehrerin oder der Lehrer tritt in der Montessori-Erziehung als Beobachter und Helfer hinter das Kind zurück. Das Kind bestimmt selbst, was es macht; das Material motiviert das Kind zu seinen Aktivitäten. Die Lehrkraft wird zum Mittler zwischen Material und Kind. Sie weiß bei jedem einzelnem Kind, welche Lernziele es schon erreicht hat und welche Schwierigkeiten es im Moment zu meistern hat. Wo nötig, bietet sie ihre Hilfe an, macht das Kind mit neuem Material vertraut und unterstützt die Eigenaktivität des Kindes.

Indirekte Erziehung

Das oberste Ziel der Montessori-Bildung ist die Unabhängigkeit des Kindes vom Erwachsenen. Dies wird auf vielfältige Weise angestrebt. Die Schule soll ein Ort sein, an dem sich das Kind wohlfühlt. Der Umgang mit entwicklungsgemäßem Material, das auch Interessen und Begabungen jedes einzelnen Schülers berücksichtigt, ist die Voraussetzung für dauerhafte Lernfreude. Die Möglichkeit der intensiven und langanhaltenden Beschäftigung mit einem Lerngegenstand und die beliebige Wiederholung einer Übung geben dem Kind Sicherheit und Vertrauen in die eigene Leistung und unterstützen es auf seinem Weg, selbstbestimmt und entscheidungsfreudiger zu werden. Durch die eigenständige Auseinandersetzung mit Sachverhalten und unterrichtlichen Problemen wird es selbstständig und kommt damit dem zentralen Erziehungsziel Maria Montessoris ein Stück näher. Die Lernumgebung, die konzentriertes Handeln und Lernen zulässt und fördert, führt das Kind zu Ausgeglichenheit und innerer Harmonie. Die Ästhetik des Materials und der vorbereiteten Umgebung wecken die Wertschätzung für alle Dinge, mit denen wir umgehen, und weiten den Sinn für das Schöne.

Maria Montessori

Im Alter von 20 Jahren setzte sie gegen viele Widerstände ihre Zulassung zum Medizinstudium durch und wurde als erste Frau Italiens zum Doktor der Medizin promoviert. Als Kinderärztin in der psychiatrischen Universitätsklinik Rom sammelte sie bei der Behandlung und Betreuung geistig behinderter Kinder wichtige Erfahrungen. Bei den französischen Ärzten Itard und Seguin fand sie Methoden und Materialien, die die sinnliche Wahrnehmung geistig behinderter Kinder schulen und damit ihren Intellekt aktivieren sollten. Diese Ideen wurden von Maria Montessori aufgegriffen und weiterentwickelt. Sie erzielte damit erstaunliche Erfolge, die Aufsehen erregten. Maria Montessori begann ihre Erfahrungen für die Erziehung aller Kinder auszuwerten, denn, so schrieb sie: "Während alle die Fortschritte meiner Idioten bewunderten, machte ich mir Gedanken über die Gründe, aus denen glückliche und gesunde Kinder in gewöhnlichen Schulen auf so niedrigem Niveau gehalten werden, dass sie bei Prüfungen der Intelligenz von meinen unglücklichen Schülern eingeholt wurden." Montessori entwickelte ihre Methode zuerst für die Kleinkinderziehung und bald auch für das Grundschulalter. Ihre „Montessori-Erziehung“ breitete sich ebenso wie die Literatur Montessoris rasch in vielen Ländern aus. Für ihre lebenslange humanistische Tätigkeit wurde sie dreimal (1949, 1950, 1951) für den Friedens-Nobelpreis nominiert.

Die Leitlinien unserer Schule

Der Umgang der an dieser Schule beteiligten Pädagogen, Kinder und Eltern ist getragen von der Achtung vor dem Kind, der Achtung der Menschen untereinander, der Achtung vor der Schöpfung und von der Einsicht in die Gleichwertigkeit und Gleichrangigkeit aller Menschen, unabhängig von ihren individuellen Eigenschaften. Das Ziel sind Menschen, die ein erfülltes und glückliches Leben in Frieden mit sich selbst und mit den Mitmenschen und in Verantwortung für die Welt leben.

Musik - Ästhetik - Bewegung

Studien haben gezeigt, dass Schüler in Angeboten kultureller Bildung, in Musik-Ästhetik- Bewegung (MÄB), Schlüsselkompetenzen besonders gut erwerben und festigen. Schlüsselkompetenzen sind Fähigkeiten, die wir heute brauchen, um unser Leben (in Ausbildung und Beruf, in der Familie, im Alltagsleben) erfolgreich zu bewältigen. Dazu gehören zum Beispiel kreatives Denken, Toleranz, Ausdrucksfähigkeit, soziale Kompetenz, Ausdauer, Verantwortungsbewusstsein oder auch die Fähigkeit, selbst Initiative zu ergreifen. Ein wichtiger Teil der Persönlichkeitsentwicklung ist, die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen zu erkennen und wertzuschätzen. Dies hilft insbesondere auch bei der Berufsorientierung. Die Bereiche Schreiben und Sprechen sowie Rechenfähigkeiten verbessern sich. Komplexe und räumliche Aufgaben, abstrakte Ideen werden von den Schülern leichter gelöst und verstanden. Dies haben mehrere Studien zweifelsfrei ergeben. Im Bereich Musik-Ästhetik-Bewegung können die Schüler Themen wählen, die sie wirklich interessieren. Das Gelernte kann sofort angewendet werden, Neugier und Begeisterung sind dabei der Motor zum Lernen. Bildungsangebote aus diesem Bereich sind besonders gut geeignet, Wissen mit dem „echten Leben“ zu verbinden. So lässt sich ein Bezug zwischen den eigenen Erfahrungen und den Wissensinhalten herstellen. Was dabei gelernt wird, bleibt langfristig erhalten.

Jahrgangsmischung

In der Bamberger Montessorischule werden mehrere Schülerjahrgänge in einer Klasse zusammengefasst werden. Dies ist möglich, da die Kinder während der Freiarbeit ohnehin auf ihren jeweiligen individuellen Niveaus arbeiten und überwiegend materialgeleitet lernen. Die Jahrgangsmischung wurde bereits von Maria Montessori erprobt und empfohlen und wird heute weltweit in zahlreichen Montessorischulen realisiert. Sie basiert auf der Annahme, dass der Aufbau eines guten Lern- und Arbeitsverhaltens am besten in einer altersgemischten Gruppe (wie auch im Kindergarten) gelingt.
Insbesondere sprechen folgende Gründe für eine Jahrgangsmischung:

– Individuelle Lernfortschritte ermöglichen: Da jedes Klassenzimmer mit allen Lernmaterialien für die verbindlichen Lerninhalte der 1.-4. Klasse ausgestattet ist, ermöglicht die Jahrgangsmischung den Schülern, ihrem Lerntempo entsprechend voranzuschreiten.

– Lernschwache Schüler können so lange einen Lerninhalt üben, bis sie ihn verstanden haben. Sie können in extremen Fällen ein Jahr länger die Grundschule besuchen, bleiben dabei aber in ihrer Klasse und tragen daher nicht die Nachteile des „Sitzenbleibens“.

– Besonders begabte Kinder werden in ihrem Wissensdrang und Lerntempo nicht gebremst und können eventuell schon nach drei Jahren an die weiterführende Schule übertreten ohne eine Klasse überspringen zu müssen. In diesem Sinne leistet die Montessoripädagogik mit der Jahrgangsmischung auch einen Beitrag zur Hochbegabtenförderung.

– Soziales Lernen fördern: In jahrgangsgemischten Klassen können sich die Älteren als „Lehrer“ für die Jüngeren betätigen. Die Bewunderung und Dankbarkeit, die sie dafür von den Jüngeren erfahren, stärkt ihr Selbstvertrauen und fördert ihr Selbstbewusstsein. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen und üben sich in Hilfsbereitschaft. Die Jüngeren profitieren von den Erklärungen der Mitschüler, da diese oft kindgemäßer sind, als die der Erwachsenen. Aber auch der Wissensstand der älteren Schüler verbessert sich durch ihre „Lehrtätigkeit“, denn wer lehrt, muss sein Wissen nochmals genau durchdenken, strukturieren und sich sprachlich präzise ausdrücken.


Die Jahrgangsmischung schließt einen Unterricht in alters- oder leistungshomogenen Arbeitsgruppen nicht aus, in dem bestimmte Lerninhalte und Arbeitstechniken gezielt vermittelt werden können.

Selbsttätigkeit und Bewegung

Alle menschlichen Funktionen entwickeln sich aufgrund von Aktivität. Sprechen lernen wir durch Sprechen, Laufen durch Laufen und Radfahren durch Radfahren usw. Selbsttätigkeit und Bewegung haben daher grundlegende Bedeutung für die physische und psychische Entwicklung, für Willen, Charakter sowie für Unabhängigkeit und Selbstständigkeit des Menschen. Die handelnde Bewegung ist also ein wesentlicher Faktor zum Aufbau sämtlicher Fähigkeiten. Die kindliche Auseinandersetzung mit der Umwelt erfolgt fast ausschließlich durch Bewegung. Daher durchzieht die Forderung nach Bewegung und Eigenaktivität des Kindes die gesamte Montessori-Pädagogik. Dabei ist laute Aktivität, die sich nur um der Bewegung willen produziert und keinen Widerhall in der räumlich-gegenständlichen Umgebung findet, nicht das, was Montessori anstrebte. Jedes Handeln soll sinnvoll und in das Leben des Kindes einbezogen sein. Die Freiheit des Kindes, seinem Bewegungsdrang nachzugeben, soll nicht mit Lärm und Chaos verbunden sein. Im Gegenteil: Maria Montessori beobachtete, dass Kinder, die sich einer freien Arbeit zuwenden und diese selbsttätig durchführen, zu ruhiger Aktivität, Sammlung und Konzentration fähig sind.

Kosmische Erziehung

Dabei geht es Maria Montessori um die Umsetzung der schon seit den Griechen bekannten Erkenntnis, dass der Mensch als Mikrokosmos Teil eines Ganzen, des Makrokosmos, ist und dass seine Schöpfungsaufgabe darin besteht, an der Verwirklichung eines universellen „kosmischen Plans“ mitzuwirken. Da dieser Plan aber nicht einfach offen vorliegt und wir die uns zukommende Aufgabe nicht schlichtweg aus dem „Buch der Natur“ ablesen können, müssen wir uns auf die Suche machen nach den Gesetzten der Natur, den Zusammenhängen und Grundlagen des Lebens, den Folgen unseres Tuns und Lassens und nach Aufgabe und Sinn unseres Daseins. Dazu bedarf es der erzieherischen Hilfe, die, über eine reine Wissensvermittlung hinausgehend, eine neue Form intellektueller Bildung fördert und neue Gefühle der Menschlichkeit kultiviert. Oberstes Ziel der Kosmischen Erziehung ist es, den Verstand und das Gewissen aller Menschen in einer Harmonie zu vereinen. Die Kosmische Erziehung findet sowohl im gebundenen Unterricht als auch in der Freiarbeit statt.

Was sind die nächsten Schritte?

Noch Fragen?

Die passende Schule für das eigene Kind zu finden, ist keine leichte Sache. Es erfordert viele Informationen und Gedankengänge. Das Kind sollte hierbei immer im Mittelpunkt stehen. Unsere Webseite soll Ihnen einen Überblick über unsere Werte und Leitlinien vermitteln. Wir verstehen aber, dass dieses Thema sehr umfangreich ist. Wir stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung; kontaktieren Sie uns einfach.

Kontakt

Private Montessori-Schule Bamberg
Jakobsplatz 9
96049 Bamberg

Tel: 0951 2971427
Fax: 0951 2975279
[email protected]

Einblicke?

Alle Informationstexte und Veranschaulichungen sind nur Theorie und helfen nicht immer, das Konzept vollumfänglich zu verstehen. Daher gibt es für Interessierte die Möglichkeit an unserer Schule zu hospitieren. Lernen Sie den Ansatz "Hilf mir, es selbst zu tun." aus nächster Nähe in der Praxis kennen und überzeugen Sie sich selbst. So können Sie einschätzen, ob das Montessori-Konzept auch für Ihr Kind das Richtige ist. Hier finden Sie das Hospitationsformular.