Grundstufe

Die Grundstufe umfasst vier jahrgangsgemischte Klassen, in denen 100 Kinder nach den Grundsätzen der Pädagogik Maria Montessoris arbeiten und unterrichtet werden. Und das gibt es in unserer Schule: Lernen mit allen Sinnen, individuelle Förderung von Interessen und Begabungen, kindgemäße liebevolle Lernatmosphäre, viel Raum für Bewegung Lernen ohne Zeit- und Notendruck, jahrgangsübergreifende Projekte, Ganztagsbetreuung, Musikbetonung.

Der Tagesablauf

Unser Tagesablauf gestaltet sich meistens gleich. In der Zeit von 8 bis 11Uhr arbeiten die Kinder in der Freiarbeit. Hier haben sie ausreichend Zeit sich vertiefend mit ihren Materialien auseinanderzusetzen. In diesem “Vormittagsunterricht“ können die Kinder individuell eine Pause bzw. ihre Brotzeit einbauen sowie Bewegungsphasen. Durch den ritualisierten Anfang und Ende der Freiarbeitszeit gewinnen die Kinder Sicherheit und Routine. So starten sie stets mit einem Morgenkreis, bei dem ebenso die Kinder ihre tägliche Arbeit besprechen, und enden mit einer Abschlusszeit, in der ihr geschafftes Arbeitspensum reflektiert bzw. dokumentiert wird. Anschließend folgt eine 30minütige Pause in unserem Pausengarten. In dem letzten zweistündigen Unterrichtsblock erfolgt meist der Fachunterricht.

1. Morgenkreis

Die Klasse agiert hier als Gemeinschaft. Es werden Wahrnehmungsübungen und Übungen zur Stille gemacht, es wird gesungen und gemeinsam gelesen, Zeit für Spiele und weiteres mehr. Darüberhinaus wird der Schulalltag reflektiert und geplant. Es gibt Raum für Problembesprechungen und Vorstellung von Arbeitsergebnissen.

2. Freiarbeit

Die Schüler haben i.d.R. zwei bis drei Unterrichtsstunden täglich Zeit für die Beschäftigung mit frei gewählten (Montessori-)Materialien und für die Neubestimmung der weiteren Lernziele und Lernschritte. Dabei werden sie von der Lehrkraft und der pädagogischen Mitarbeiterin unterstützt und begleitet. Beobachtet eine Lehrkraft, dass ein Kind sich nicht selbstständig eine seinem Leistungsvermögen entsprechende Aufgabe suchen kann, greift sie moderierend ein.

3. Gebundener Unterricht

Der gebundene Unterricht ist an ein Thema und eine Sitzordnung gebunden, findet überwiegend im Jahrgangsverband statt und wird von der Lehrkraft zeitlich strukturiert. Eine enge Verbindung zwischen Freiarbeit und gebundenem Unterricht besteht dadurch, dass im gebundenen Unterricht behandelte Themen (z.B. Deutsch oder Mathematik) in der Freiarbeit vertieft und eingeführte Arbeitstechniken geübt werden können.

4. Fachunterricht

Einige Bereiche des gebundenen Unterrichts wie z.B. Englisch, Sport, WTG (Werken/Textiles Gestalten), Musik und Religion werden von Fachkräften unterrichtet. Diese Unterrichtsstunden finden zusätzlich zu den restlichen Lehreinheiten statt.

Hausaufgaben

Aus der Arbeit der Schülerinnen und Schüler während der Schulzeit ergeben sich individuelle Aufgaben, wie z.B. die Weiterführung angefangener Arbeiten, Übungen zur Vertiefung, Referate und eigene Projekte, die zu Hause erledigt werden können. Selbstständigkeit und Selbstverantwortlichkeit für das eigene Lernen werden beim Wiederholen, Üben, Vertiefen, Festigen von Arbeitstechniken, Planen und Recherchieren gefördert. Der zeitliche Rahmen für die Erledigung der Aufgaben wird von Kind und Lehrkraft besprochen. Die Kinder lernen, sich ihre Zeit selbstständig einzuteilen und Verantwortung für den eigenen Zeitplan zu übernehmen.

IzEL statt Noten

Auf eine Leistungsbewertung in Form von Ziffernnoten wird verzichtet. Die Lehrkraft hält ihre Beobachtungsergebnisse in einem Beobachtungsbogen fest. Dieser stellt die Grundlage für das persönliche Halbjahresgespräch mit dem Kind und die ausführlichen „Informationen zum Entwicklungs- und Leistungsprozess“ (IzEL) am Schuljahresende dar.

Musikschwerpunkt

So gibt es im Gegensatz zur Regelschule vier statt nur zwei Stunden Musikunterricht. Musikerziehung wird hierbei als ganzheitliches Fach betrachtet, das sensomotorische, emotionale und kognitive Lernprozesse fördert. Dies geschieht durch aktiven Gebrauch der Stimme und von Instrumenten, gezielte Schulung der Sinne und des Körpers sowie durch Freiarbeitsmaterialien. Zwei Schulstunden werden im Klassenverband innerhalb der Freiarbeit und des gebundenen Unterricht durchgeführt. Zwei weitere Stunden werden in kleineren Gruppen unterrichtet, in denen die Schüler teilweise aus verschiedenen Neigungsgruppen wählen können.

1. + 2. Jahrgangsstufe

Kinderchor: Singen, sich bewegen, Geschichten mit Stimme, Tanz und kurzen Szene erzählen sind Inhalte des Kinderchors.
Percussion: Die Kinder rhythmisieren Sprache, Gegenstände sowie Lieder, lernen verschiedene Rhythmus-Pattern anhand des Rhythmus-Hauses kennen und neu erfinden und spielen mit unterschiedlichen Trommeln und Kleinpercussions- sowie Orff-Instrumenten.
Musik mit Instrumenten: Die Kinder lernen verschiedene Begleitinstrumente kennen, singen Lieder und begleiten mit Instrumenten. Die Kinder dürfen mit Klängen experimentieren, Geschichten vertonen und bekommen einen Einblick in die Orchestermusik.
Experimentieren mit Farben: Dieses Angebot soll den Kindern Freiraum, Anregung und Ermutigung geben, ihre Phantasie zu entdecken und kreativ umzusetzen. Die Kinder haben durch ein breites Angebot an Materialien viele Ausdrucksmöglichkeiten. So können sie einfache und komplizierte Techniken kennenlernen und diese ausprobieren. Auch die Herstellung von Farben aus Naturmaterial gehört dazu. Darüber hinaus wird auch gemeinsam Kunst entdeckt d.h. die Kinder lernen verschiedene Künstler, deren Kunstwerke, sowie die verschiedenen Epochen kennen. Auch der Besuch einer Kunstausstellung steht auf dem Programm.

3. + 4. Jahrgangsstufe

Orchester: Bekannte und unbekannte Instrumente spielen, gemeinsam Klänge entwickeln, Klänge und Wirkungen von Instrumenten aller Art erproben und gestalten sind die Elemente eines Monti-Orchesters. Darüber hinaus will das Orchester auch Stücke einstudieren und anderen vortragen.
Theater „Bühne frei!“: Durch kleine Impulskarten erfinden die Kinder ein Theaterstück. Die Kinder schlüpfen in verschiedene Rollen und lernen wichtige Regeln des Theaterspielens kennen. Es wird ein kleines Theaterstück einstudiert, das den Kindern der Montessori-Schule vorgespielt werden soll. Auch die Kulisse für das Stück wird von den Kindern hergestellt.

Wie geht es nach der Grundstufenzeit weiter?

Nach der 4. Jahrgangsstufe geht es für unsere Schüler in der Sekundarstufe bis zum qualifizierenden Hauptschulabschluss bzw. mittleren Schulabschluss weiter. Ein Wechsel an eine Regel-Haupt- oder Mittelschule ist ohne Probeunterricht möglich. Zum Wechsel an eine Realschule oder ein Gymnasium ist das erfolgreiche Absolvieren eines Probeunterrichts erforderlich, auf welchen wir gezielt vorbereiten.

MoNaMi

MoNaMi – nennen wir die Angebote der Montessori-Nachmittags-Mittagsbetreuung. In der Mittagsbetreuung treffen sich die Kinder nach dem Vormittagsunterricht. Sie erhalten dort ein warmes Mittagessen und Getränke und können ihre Freizeit kreativ und mit viel Spaß verbringen und dabei vom lehrreichen Schulalltag entspannen. Abwechslungsreiche Projekte der Erzieher/innen geben vielfältige Anregungen. Die Betreuungszeiten gehen Montag-Freitag von Schulschluss bis wahlweise 14:00 bzw. 16:00 Uhr. Weitere Informationen finden Sie hier.

Nachmittagsangebote

Nachmittagsangebote sind frei wählbare Kursprogramme, die das Freizeit- und Betreuungsangebot ergänzen. Die Kurse werden in verschiedenen Bereichen angeboten, sind frei wählbar und werden separat abgerechnet. Mögliche Angebote sind:

  • Sport und Bewegung
  • Blockflöte, Geige, Gitarre, Klavier, Percussion
  • Theaterworkshop
  • Holzwerken

Anmeldung und Kosten

Zeitpunkt der Einschulung
Über den Zeitpunkt der Einschulung entscheidet wie in der Regelschule das Alter des Kindes. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der entsprechende Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus.

Anmeldeverfahren
Sie können Ihr Kind frühestens ein Jahr vor der Einschulung anmelden. Als erster Schritt senden Sie uns bitte das ausgefüllte Voranmelde-formular, das ab Herbst jeden Jahres im Downloadbereich der Homepage zur Verfügung steht. Die konkrete Frist, bis zu der das Voranmeldeformular eingegangen sein muss, ist auf dem Formular genannt. Sie endet üblicherweise kurze Zeit nach dem Tag der offenen Tür. Daran schließt sich ein eintägiges Elternseminar, bei dem die Eltern über die Inhalte und Formen der Montessori-Pädagogik an unserer Schule informiert werden. Nach Schnupperunterricht und Elterngespräch erfolgt die Schülerauswahl, da es oftmals mehr Anmeldungen als freie Plätze gibt.

Aufnahmekriterien
Die Grundvoraussetzung für die Aufnahme des Kindes ist die bejahende Einstellung der Eltern zu den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik, insbesondere: das Vertrauen in die Entwicklung des Kindes, die Achtung vor der Persönlichkeit des Kindes und seinem individuellen Lernverhalten, die Unterstützung des Kindes bei seiner Entwicklung zur Selbstständigkeit. Um eine ausgewogene Klassenzusammensetzung zu erhalten, werden bei den Kindern beachtet:

  • Entwicklungsstand und soziale Reife
  • Geschwister bereits in der Montessori-Schule
  • Geschlecht
  • Wohnort (Ausgewogenheit Stadt – Land)

Warteliste / Schulwechsel
Für Schüler, die nicht im Rahmen des normalen Anmeldeverfahrens aufgenommen werden können, pflegen wir eine Warteliste. Diese Warteliste ist auch für Schüler, die zu einem späteren Zeitpunkt, also unterjährig und/oder in eine höhere Klasse an die Montessori-Schule wechseln wollen. Die Möglichkeit eines solchen Schulwechsels ergibt sich immer dann, wenn ein Schüler, meist aufgrund eines beruflich bedingten Umzugs der Eltern, die Schule verlässt. An einem Schulwechsel interessierte Eltern füllen bitte das Voranmeldungsformular für Quereinsteiger aus dem Downloadbereich aus und schicken es an die Schule.

Monatliches Schulgeld
Als Schule in privater Trägerschaft wird nur einen Teil der anfallenden Kosten von der Regierung übernommen.

Aktuell beträgt das monatliche Schulgeld für Schüler der Grundstufe 198,- EUR je Kind. Darin sind bereits ein Großteil der Material- und Projektkosten enthalten. Nach § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG sind 30 Prozent des Schulgeldes an einer staatlich anerkannten inländischen Ersatzschule bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 5.000,- EUR als Sonderausgabe steuerlich abzugsfähig. Auf Wunsch/Anfrage erhalten Sie für das abgelaufene Kalenderjahr eine Bescheinigung über die geleisteten Zahlungen.

Elternstunden
Die zu leistenden Elternarbeitsstunden betragen ab dem Schuljahr 2017/18 44 Stunden/Jahr/Familie bzw. 22 Stunden/Jahr/ Alleinsorgeberechtigte(r). Die Elternarbeitsstunden fördern das Verständnis für die Pädagogik und aller Beteiligten untereinander. Die Kinder sehen und erleben, dass die Eltern an „ihrer“ Schule teilhaben und mit Freude dabei sind. Erfahrungsgemäß finden alle Eltern einen Bereich, in dem sie sich mit ihren Fähigkeiten und Neigungen gut und sinnvoll in die Schulorganisation einbringen können.

Lage & Anfahrt

Was sind die nächsten Schritte?

Noch Fragen?

Die passende Schule für das eigene Kind zu finden, ist keine leichte Sache. Es erfordert viele Informationen und Gedankengänge. Das Kind sollte hierbei immer im Mittelpunkt stehen. Unsere Webseite soll Ihnen einen Überblick über unsere Werte und Leitlinien vermitteln. Wir verstehen aber, dass dieses Thema sehr umfangreich ist. Wir stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung; kontaktieren Sie uns einfach.

Einblicke?

Alle Informationstexte und Veranschaulichungen sind nur Theorie und helfen nicht immer, das Konzept vollumfänglich zu verstehen. Daher gibt es für Interessierte die Möglichkeit an unserer Schule zu hospitieren. Lernen Sie den Ansatz "Hilf mir, es selbst zu tun." aus nächster Nähe in der Praxis kennen und überzeugen Sie sich selbst. So können Sie einschätzen, ob das Montessori-Konzept auch für Ihr Kind das Richtige ist. Hier finden Sie das Hospitationsformular.